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Vortrag: Lernen mit ADHS-Kindern
Am 1.12.2011 fand sich eine kleine Gruppe Interessierter ein (aus Fragen und Kommentaren war zu erkennen, dass es sich sowohl um Eltern als auch um Lehrer handelte), um den Vortrag „Lernen mit ADHS-Kindern – passende Lernmethoden nach dem Prinzip: möglichst wenig anstrengen“ von Herrn Dr. Armin Born zu hören.
Frau Dr. Karin Schertel, Einrichtungsleitung der PTE-Backnang, stellte kurz alle Beteiligten vor und dankte dem Rektor, Herrn Schielke, für den Veranstaltungsort (Taus Grund- und Werkrealschule) und die technischen Geräte.
Danach sprach Herr Dr. Born. Er ermunterte von Beginn an zu Zwischenfragen, was auch genutzt wurde. Herr Dr. Born begann mit den biologischen Grundlagen des Lernens, Vergessens und der Bedeutung des Automatisierens (so lange üben, bis das Wissen ohne großes Nachdenken, wie automatisch, aussprechbar ist). Diese Bereiche wurden sowohl allgemein, als auch unter den spezifischen Besonderheiten von AD(H)S vorgestellt und mit praktischen Beispielen aus seinem Praxisalltag unterstrichen. Besonders betonte Herr Dr. Born, dass täglich nur wenig Neues gelernt werden solle und könne. Das Neue müsse aber häufig an diesem Tag angesprochen und abgefragt werden und auch in den folgenden Wochen täglich konsequent wiederholt werden. Immer wieder verwies er auf die Bedeutung, das Gelernte auch nach dem sicheren Wissen noch circa 3 Monate weiter abzufragen um dem Vergessen dauerhaft entgegen zu wirken.
Herr Dr. Born sprach ausführlich über die Bereiche Rechnen, Lesen und Rechtschreiben und gab auch einige Tipps zum Englischlernen. Dabei wurde immer wieder die visuelle Wahrnehmung und Speicherung in den Mittelpunkt gestellt. Denn im Allgemeinen scheint dies bei AD(H)S meist deutlich besser zu gehen, als die Aufnahme über das Hören. Zur visuellen Darbietung wurden praktische Umsetzungsmöglichkeiten gezeigt. Des Weiteren unterstrich er, dass der Lernumfang reduziert werden sollte und Ableitungswege verstanden werden müssten (z.B. 9-7 muss man Lernen, aber 19-7 oder 79 – 7 kann man ableiten). Allerdings sah er im mathematischen Bereich eine Ausnahme beim kleinen Einmaleins. Hierbei würde Ableiten (5x8 lern ich, 6x8 ist einmal mehr) eher zu Fehlern führen und zu viel Gehirnarbeit benötigen. Der Sorge, dass der Lernumfang zu hoch werde, konnte Herr Dr. Born durch eine praktische Berechnung entgegentreten: 3 neue Malaufgaben pro Tag mal Schultage und Schulwochen, ergeben im Schuljahr mehr gelernte Rechenaufgaben als im kleinen Einmaleins vorhanden. Vergleichbares war für Deutsch und Englisch berechenbar. Bei Englisch empfahl er bei den Vokabeln etwas voraus zu lernen, um dem Kind Erfolgsmöglichkeiten zu bieten. Interessanterweise setzte Herr Dr. Born die Anweisung des Abfotografierens von Rechenaufgaben, Deutsch- und Englischwörtern auch zum Lernen des englischen Satzaufbaus ein.
Dr. Armin Born ist Dipl.-Psychologe, Dipl.-Pädagoge, psychologischer Pychotherapeut und seit vielen Jahren mit dem Schwerpunkt ADHS in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig.

